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ÖKODORF Institut


Bericht von W.-Peter Stielicke leicht ergänzt von K.-H. Meyer,

vom 10. Interspirituellen ÖKODORF-Festival August 2003 in Gemeinschaft bei Mainz:

Einheit in Vielfalt, es gibt sie.  
Zum 10. Mal lud das ÖKODORF-Institut vom 8. bis 14. August 2003 zu einer Begegnung von über 100 spirituell und ökologisch orientierten Gemeinschaften und Interessenten ein. Und es gab trotz des schon gewohnt hohen Niveaus noch einmal eine Steigerung.

Gastgeber war die Gemeinschaft Ananda Marga in Wendelsheim. Sie leistet seit über 20 Jahren weltweit Sozialarbeit und politischen Einsatz für Bedürftige und kostenlose Einführung in Yoga. Dada (Mönch) Acarya Nirmalakrsnananda leitete Meditation und Singen interreligiöser Mantras, was bei den Gästen gut ankam. Die Teilnehmerzahlen sprachen für sich.

Was habe ich als neue Tendenzen entdeckt? Natürliche Ökonomie für weltweiten Wohlstand in Harmonie mit der Natur ist im Kommen. Andere in ihrer schönsten Gestalt sehen zu lernen auch. Interspiritualität war eine Woche lang nicht nur ein Attribut des Festivals, sondern gelebte Realität. Was im großen Rahmen der Gesellschaft in Deutschland leider meist noch nicht funktioniert, hier klappte es. Wir hörten einander fast vorbehaltlos zu und bemühten uns, den jeweils anderen zu verstehen. Und beim Küchendienst auch in der Arbeit real zusammenwachsen, es war eine (fast ganz) einfache Aufgabe.

Holger aus Bremen und Sissy aus dem Saarland stellten das Ökodorf „Sieben Linden“ in Sachsen-Anhalt (mit Probezeitlern momentan 60 Einwohner, geplant 350 EW) vor. Beim Hausbau entsteht kein Müll. Das Strohballenhaus, Komposttoiletten und Pflanzenkläranlage wurden näher vorgestellt. Aus Laien wurden mit der Zeit echte Ökobauarbeiter.

Das Wohnfühldorf Bayern, eine ökosoziale Siedlung, wird allen oberbayerischen Grundstückspreisen zum Trotz nun bald im südlichen Münchner Einzugsbereich sein praktisches Leben beginnen. Die waschechte Münchnerin Uschi Ausfelder ließ keinen Zweifel daran.

Elija von Agnus Dei, einer katholischen Gemeinschaft aus Bodman (Bodensee), berichtete vom weltweiten Einsatz für eine Kultur der Liebe. Sie gehen in ihren Gemeinschaften den geistigen Weg mit praktischen Füßen und setzen weltweit verschiedenste Projekte um, die man kaum in dieser Vielfalt erwartet. So startet 2004 zum Beispiel in Ecuador in der Nähe von Mindo ein Projekt unter ökologischen Aspekten: Es wird eine ökologische Siedlung zur Heilung von seelisch Kranken aus Ecuador und anderen Staaten Südamerikas aufgebaut.

Bernhard und Elena aus Fribourg (Schweiz), einer von heute über 120 Arche-Gemeinschaften von Behinderten und Nichtbehinderten weltweit, ließen uns in ihrem einfühlsamen und begeisterten Bericht an ihrem Leben teilhaben. Usha von Mirapuri Italien / Miravillage Deutschland zeigte auf, wie ihre Gemeinschaft sich bemüht, die Ideale von Sri Aurobindo und Mira Alfassa, der „Mutter“, in die Tat umzusetzen.

Das Großkommunevorhaben „KommFrei“ aus Freiburg/Br. machte sichtbar, wie sich die geplanten Angebote mit den anvisierten Objekten und Neueinsteigern ändern. Viele Möglichkeiten hat man nur in einer Gemeinschaft, und in der Kleinfamilie kann man nur davon träumen. Sie wollen einen klareren ökol. Anspruch als die Kommune Niederkaufungen umsetzen, aus der sie ursprünglich hervorgegangen sind.

Peter und Isa stellten die weltweit für ihre große Toleranz bekannte Bahai-Religion vor. Ihr Schwerpunkt sind Einheit der Religionen, Einheit Gottes und Einheit der Menschheit sowie ein Zusammengehen von Wissenschaft und Religion wie auch das eigenständige Erkunden der Wahrheit. Hare Krsna wurde vertreten durch den strahlenden Rama Gopala aus der Gemeinschaft in Abenteuer / Hunsrück. Seit einigen Jahren erkennen sie andere spirituelle Traditionen als gleichwertig an. Deshalb ist es mit der aus früheren Zeiten bekannten aufdringlichen Straßenwerbung vorbei.

Rebha vom Osho Manjusha Meditations Zentrum Schmiedeberg / Erzgebirge bereicherte den Austausch durch Kundalini-, dynamische, Blühen- und Sonnenuntergangsmeditationen. Der Wunsch nach innerer Stille bei der großen Menge an Projektinfos war groß. Die Initiative „MehrgenerationenWohnen Mühldorf/Altötting“ möchte Wohnformen schaffen, in denen Platz für das Leben vom Kindsein bis zum Altwerden in seiner Vollendung (Hospizgedanke) ist. Liane erläuterte uns, wieso angesichts der demografischen Situation das Leben in Gemeinschaft in unserer Gesellschaft eine neue Bedeutung bekommt.

Die ökospirituelle Gemeinschaft „Terra Mirim“ aus Brasilien betrachtet die Natur als ihren wichtigsten Meister und misst der Selbstfindung großen Stellenwert bei. Sie folgt dem Prinzip der integrativen Ökologie: Die Heilung des Planeten geht durch die innere und äußere Natur jeden Wesens. Obwohl erst 1992 gegründet, sind sie 35 Mitglieder und zucken auch bei einer Vision von 1000 Mitgliedern nicht zusammen. Solarenergie-Nutzung, eigener Brunnen und 10 ha Flussufer-Wiederbepflanzung sind schon Realität geworden.

Die „Zwölf Stämme“ aus Klosterzimmern machten uns klar, dass sie als christl. Gemeinschaft nur zusammen leben, weil sie auf die Liebe Gottes reagiert haben und betrachten Liebe und Freundschaft als ihre gemeinschaftlichen Grundbedingungen. Sie bewirtschaften 23 ha Ackerland und ließen uns eine große Menge an herrlichem Vollkornbrot da. Die Liebe und Energie darin waren spürbar. „Garten Eden Leben in Gemeinschaft“ in bei Linz (Österreich) konzentriert sich u. a. auf Permakultur zur Selbstversorgung und verfolgt ein die Generationen übergreifendes Wohn-, Arbeits- und Lebensmodell. Die Mitglieder schufen ein interessantes Modell, wie sie eine ehemalige Funkstelle aus dem 2. Weltkrieg bewohnbar machen.In Österreich gibt es bislang nur Ökösiedlungen (Ökokomponenten an den Häusern), der Garten Eden wird das erste Ökodorf.

Sabine & Karl-Heinz berichteten von Zielen und dem aktuellen Stand der Delphin-Gemeinschaft Schwarzwald und dem Ökodorf-Institut. Sie bieten dort Seminare sowie Beratungen/Literatur/Immobilien zur Gemeinschaftssuche/-gründung an. Eins der geplanten Projekte des ÖKODORF-Instituts ist eine größere multikulturelle Gemeinschaft aus kleineren Gemeinschaften verschiedener Traditionen, die alle an der Erkenntnis und Realisierung gemeinsamer ethischer Grundwerte arbeiten.

Lokale Artabana-Gesundheitsgemeinschaften, die sich an vielen Orten in der Schweiz und Deutschland gegründet haben, wurden von Inge und Alexander Staff präsentiert. Dabei stehen das Gesundbleiben, Eigenverantwortung für sich selbst übernehmen und die Solidarität mit anderen im Mittelpunkt. Die Firma Derton aus Saarbrücken stellte Wohndome vor, die in sich stabile, statisch selbst tragende Rundräume sind, die in einfacher Ausführung, aber auch im Niedrigenergie-Standard gebaut werden können. Kleine Dome eignen sich zum Wohnen und können in organischer Weise ähnlich wie in Tipidörfern zueinander gruppiert und auch schnell umgesetzt werden. Große Dome eignen sich aufgrund ihrer akustischen und energetischen Qualitäten als zentraler Raum in einem Gemeinschaftshaus für unterschiedlichste Aktivitäten.

Rüdiger Jung aus Hochspeyer stellte seine diversen einfach selbst zu bauenden Solarkocher & Solardörrer vor. Sie sind weltweit bereits bewährt. Altes Offsetblech aus einer Druckerei, Holz und Glas, mehr braucht man nicht, um mit einer Endtemperatur von 150 Grad Celsius an 130 Tagen pro Jahr auch in unseren Breiten mit der Sonne Essen zu kochen. Es ist sinnvoll, wenn man sein erstes Modell unter seiner Anleitung selbst baut – und auch preiswerter.

Über das von der UNO geförderte multikulturelle Modellprojekt Auroville in Indien, Findhorn in Schottland und andere Gemeinschaften wurden Filme gezeigt.

Die Teilnahme der Gemeinschaften und Einzelinteressenten war zu einem annehmbaren Preis möglich, weil das Gastgeberprojekt Ananda Marga sehr einfach lebt und sein Tagungshaus langsam und mit wenig Geld renoviert wird, sodass Kost und Logis preiswert sind. Außerdem trägt Mithilfe der Gäste zur Kostensenkung bei. Abstriche beim Komfort wurden gern in Kauf genommen. Festivalsprache war trotz der Internationalität wieder Deutsch, was auch alle Gäste aus dem Ausland gut sprechen. Es gab ein gutes Gleichgewicht zwischen Projektvorstellungen, Wissensvermittlung, Entspannung und Selbsterfahrung, wenn man selbst auch mal auf eine Präsentation verzichten konnte. Besonders positiv wurde das persönliche Kennen lernen in Kleingruppen mit ca. 12-13 Teilnehmern empfunden. Die Teilnehmer trafen sich täglich anderthalb Stunden mit wechselnden Teamern. An Kultur und Entspannung wurden Singen, Kreistanz, Spiele für Groß und Klein, eine Waldwanderung und eine Höhlenbegehung angeboten. Auffallend ist auch die sehr große Kinderfreundlichkeit des Festivals. Die Eltern konnten sich auf die Veranstaltungen konzentrieren, da ein durchgehendes Kinderprogramm angeboten wurde.

Trotz des vollen Festivalprogramms gelang es offensichtlich nebenbei, einige kulturelle Höhepunkte für das Abschlussfest vorzubereiten. Viele Gäste kamen zum wiederholten Male, sodass eine Festivalfamilie am Entstehen ist. Freuen wir uns gemeinsam auf die nächsten interspirituellen ÖKODORF-Festivals !

Aktuelles

Info-Telefon 07764-933999 oekodorf@gemeinschaften.de

Seminare: Wandern hinterher möglich - gut für Gemeinschaftssuche/gründung, Visionsklärung, Entscheidungsfindung, Konfliktlösung oder Naturgenuß & Erholung, auch tageweise.

2.-3.Dez. Wandern für Gemeinschaftssuche/gründung Südschwarzwald oekodorf@gemeinschaften.de

Pranawandern 26.Dez.2017 + 4.1.2018 Gemeinschaft bei Gießen

Überregionales
Gemeinschaften-Festival 

28.12.2017 - 2.1.2018

im Taunus bei Gießen

für Gemeinschaften, Gründungsinitiativen & Interessierte.

4.Januar Taunus-Wandern u.a. für Gemeinschaftssuche/gründung oekodorf@gemeinschaften.de

6.Januar 2018 Pranawandern bei Hannover für Gemeinschaftssuche/gründung  oekodorf@gemeinschaften.de

14.1.2018 Pranawandern Südschwarzwald ab ÖKODORF-Institut für Gemeinschaftssuche/gründung oekodorf@gemeinschaften.de

Seminar zur Gemeinschaftssuche/
-gründung
weltwei
t

12.-15April 2018

Ökodorf bei Hannover

Donnerstag Abend - Sonntag Mittag

Info / Anmeldung

Seminar zur Gemeinschaftssuche/
-gründung
weltweit
& Kennenlernen Gemeinschaften Südbaden

4.-6.Mai 2018

ÖKODORF-Institut bei Freiburg

Info / Anmeldung

Überregionales
Gemeinschaften-Festival 

30.Juli - 5.Aug. 2018

in Taunusgemeinschaft

für Gemeinschaften, Gründungsinitiativen & Interessierte.